Gerade auf Flugreisen stellt sich vor dem Packen oft eine ganz praktische Frage: Welche Medikamente dürfen eigentlich mit ins Handgepäck? Viele Reisende sind unsicher, was erlaubt ist, was besser in den Koffer gehört und worauf man achten sollte, damit es bei der Sicherheitskontrolle keine Probleme gibt. Mit ein wenig Vorbereitung lässt sich hier viel Stress vermeiden.
Grundsätzlich dürfen Medikamente im Handgepäck mitgeführt werden, wenn sie für den persönlichen Gebrauch bestimmt sind. Das gilt sowohl für frei verkäufliche Arzneimittel als auch für ärztlich verordnete Medikamente. Gerade bei längeren Flügen oder bei Reisenden mit Kindern ist es sogar sehr empfehlenswert, wichtige Medikamente griffbereit zu haben. Koffer können verspätet ankommen oder verloren gehen und im Ernstfall ist man froh, das Nötigste bei sich zu haben.
Besondere Aufmerksamkeit gilt flüssigen Medikamenten. Normalerweise dürfen Flüssigkeiten im Handgepäck nur in Behältern bis zu 100 Millilitern mitgeführt werden. Für Medikamente gelten hier jedoch Ausnahmen. Flüssige Arzneimittel wie Säfte, Tropfen oder Insulin dürfen auch in größeren Mengen transportiert werden, wenn sie während der Reise benötigt werden. In der Praxis ist es sinnvoll, diese Medikamente bei der Sicherheitskontrolle separat vorzuzeigen und klar als Arzneimittel zu kennzeichnen.
Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten empfiehlt es sich, zusätzlich an eine ärztliche Bescheinigung oder einen Medikationsplan zu denken, vor allem bei internationalen Reisen. Das schafft Klarheit bei Kontrollen und kann auch im Ausland hilfreich sein, falls Nachschub benötigt wird. Besonders wichtig ist dies bei Medikamenten, die gespritzt werden müssen oder unter das Betäubungsmittelrecht fallen.
Auch Salben, Cremes und Gele zählen zu den Flüssigkeiten. Kleinere Packungen lassen sich problemlos im durchsichtigen Beutel transportieren. Größere Mengen, etwa medizinisch notwendige Cremes, sollten ebenfalls als Medikamente deklariert werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bewahrt sie gut sichtbar und getrennt von anderen Flüssigkeiten auf.
Neben der Frage, was erlaubt ist, stellt sich auch die Frage, was sinnvoll ins Handgepäck gehört. Alles, was im Flug oder direkt nach der Landung benötigt werden könnte, sollte griffbereit sein. Dazu zählen persönliche Dauermedikamente, Schmerzmittel, Mittel gegen Übelkeit oder Durchfall sowie Medikamente für Kinder. Auch ein Nasenspray oder etwas gegen trockene Schleimhäute kann während des Fluges sehr angenehm sein.
Ein weiterer Punkt ist die richtige Lagerung. Medikamente sollten möglichst in ihrer Originalverpackung bleiben, da diese wichtige Informationen enthält und bei Kontrollen Vertrauen schafft. Hitze, starke Kälte oder direkte Sonneneinstrahlung bekommen Arzneimitteln nicht gut. Das Handgepäck bietet hier oft bessere Bedingungen als der Frachtraum.
Wer seine Reiseapotheke fürs Flugzeug bewusst zusammenstellt, reist entspannter. Man weiß, dass im Fall der Fälle alles Wichtige griffbereit ist und muss sich keine Sorgen machen, ob Medikamente verloren gehen oder nicht verfügbar sind. Eine gute Vorbereitung sorgt dafür, dass der Flug nur ein Teil der Reise bleibt und nicht zum zusätzlichen Stressfaktor wird.